Haus Hellwig

Projekt:

Haus Hellwig
Fassadensanierung 

Datum:

2004 

Bearbeitung:

Christian Ewald, Dipl.-Ing. (FH) Architekt

Auftraggeber:

privat 

In den Augen der Allgemeinheit braucht man für eine Fassadenrenovierung keinen teuren Architekten.

Der Hausbesitzer lässt sich in der Regel vom Handwerker ein Angebot erstellen und beauftragt die Arbeit. Bei einem Neubau mag das in bestimmten Fällen reichen, bei Altbauten raten wir auf Grund unserer Erfahrung von dieser Vorgehensweise aber ab.

Als die Vorfahren des heutigen Besitzers das kleine Wohn- und Geschäftshaus um 1900 erwerben, ist es schon mit den heute noch immer vorhandenen kleinteiligen Blechtafeln verkleidet. Im Laufe der Jahrzehnte lösen sich immer mal wieder Tafeln, die anschließend neu befestigt werden. Irgendwann sind die Falze so marode, dass die Platten nicht wieder angebracht werden können. Die mit der Befestigung beauftragte Fachfirma rät die Tafeln gänzlich abzunehmen und die Fassade zu erneuern. Mit diesem Rat und dem zugehörigen Kostenvoranschlag kommt die Besitzerin in unser Architekturbüro um unsere Einschätzung des Vorgehens zu erfragen.

Bei dem folgenden Ortstermin stellt sich heraus, dass nur zwei Fassaden wirklich dringend zu erneuern sind. Die übrigen Wände zeigen zwar Altersspuren, sind aber noch so weit intakt, dass sie weitere Jahre in Situ verbleiben können.

Um die Angebote verschiedener Fachfirmen wirklich vergleichen zu können, ist es wichtig, dass schon die jeweilige Ausschreibung für alle Firmen identisch ist. Um dies sicher zu stellen, wird unser Büro mit der Erstellung der notwendigen Ausschreibung und der Auswertung der Angebote beauftragt. Dazu gehört in diesem Fall bei der Auswahl des Plattenformates auch die Abstimmung mit dem Denkmalamt.

Da sich unter der Metallverkleidung eine Fachwerkfassade befindet, bittet die Besitzerin uns während der Sanierung in verschiedenen Abständen die Arbeiten zu beaufsichtigen. Während dieser Baustellenbegehungen stellen wir verdeckte Schäden im Fachwerk fest, die ohne unsere Begehung nicht saniert, sondern unwissentlich verkleidet und damit eingeschlossen worden wären.

Für diese Schäden am Fachwerk und später auch am Randbereich der Dachkonstruktion entwickeln wir behutsame Sanierungsmöglichkeiten, welche kostengünstig während der laufenden Fassadenarbeiten durchgeführt werden können.

An solchen relativ kleinen Aufgaben zeigt sich, dass das fachübergreifende Denken eines Architekten zwar Kosten verursacht, sich aber schon während der Bauphase bezahlt machen kann:

  • durch die richtige Firmenauswahl,

  • in der fachgerechten Detailentwicklung,

  • im Auffinden versteckter Mängel,

  • bei der Koordination verschiedener Firmen

  • und der Organisation eines zügigen Arbeitsablaufes.

Der Umfang unserer Mitarbeit bei solch kleinen, aber auch bei größeren Sanierungen wird in der Regel der Baumaßnahme entsprechend festgelegt und vereinbart. Dabei bieten wir die komplette Baubetreuung an oder stehen während Ihrer Baumaßnahme nur zur Verfügung, um Ihre Fragen mit unserem unabhängigen Sachverstand zu beantworten und Lösungen aufzuzeigen.

© 2020 Architekturbüro Institut Martiner Hof. Christian Ewald